Kultur

Ronco sopra Ascona hat, obwohl es nur ein kleines Dorf abseits der grossen Zentren ist, schon immer ein gewisses Kulturferment besessen und war entweder der Geburtsort oder die Wahlheimat diverser Persönlichkeiten aus der Welt der Kunst und Kultur. 
Viele von ihnen haben hier den idealen Ort zum Leben und Schaffen gefunden. Die Schönheit der Landschaft und die Ruhe haben Ronco sopra Ascona schon immer von Ascona abgehoben und viele Denker inspiriert. Auch heute noch wohnen hier Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur, wie zum Beispiel die Schriftstellerin Eveline Hasler, Autorin erfolgsgekrönter Bücher.

Die einzelnen Persönlichkeiten, die eine Verbindung zu Ronco hatten, sollen hier kurz aufgeführt sein.

Antonio Ciseri, Kunstmaler (1821-1891), aus Ronco stammend, arbeitete in Florenz, wo er sich vor allem der sakralen Malerei widmete.Werke (so sein vielleicht bestes Spàtbild, "Ecce homo") sind im Palazzo Pitti in Florenz zu sehen, eine Grablegung findet man in der Kiche Madonna del Sasso in Locarno.

 

Ernst Fischer, Komponist, (1900-1975), aus Magdeburg stammend, erlang Bedeutung in der Unterhaltungsmusik. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Ronco.

Gerhard Hauptmann, Schriftsteller, (1862-1946). Das Archiv des berühmten Schriftstllers und Dramaturgen (Noberlpreis 1912) befand in den 1960-70er Jahre in Ronco, betreut durch den damals hier ansässigen Sohn Benvenuto, wurde dann nach Berlin transferiert. Sozialkritiker der Vorkriegszeit, vor allem in den Dramen "die Weber" und "Rose Bernd", war Hauptmann auch ein guter Kenner des italienischen Sprachraumes. So konnte u.a. die Novelle "Der Ketzer von Soana" entstehen, die im Südtessin spielt.


Kurt Hoffman, Regisseur,(1910-2001), aus Berlin stammend, har mehere bekannte Filme gedreht, so "der Raub der Sabinerinnen" usw. Er ist in Ronco begraben.

Rolf Lenne, Textilkünstler, (1904-1986), geboren in Westfalen, entwickelte mit seiner Frau Wanda das gestickte Wandbild (u.a. der Aesop-Teppich). Politisch verfolgt, übersiedelt das Paar 1936 ins Tessin, nach Ronco, dem er lebenslang treu bleibt. Erst gegen 1949 entstehen grossformatige Wandbilder, mit selbst eingefärbten Schnüren auf Jute gestickt. Die Thematik schweift von klassischen Mythen, kosmischen Visionen bis zu Naturdarstellungen. Lenne ist in Ronco begraben. 

Paul W. Loosli, Kunstmaler (1896-1962), stasmmt aus Zürich, studiert Malerei in Genf und Paris, wo er sogleich erfolgreich ist. Als Landschaftsmaler im traditionellen Sinn zieht er 1940 nach Ronco, wo viele seiner zarten Bilder entstanden sind.

Gerhard Maasz, Komponist (1906-1984), geboren  in Hamburg, beginnt sehr früh zu musizieren, wird bald bekannt als Komponist und Dirigent. Von der Kammermusik bis zu Radio und Fernsehen weitet sich sein Spektrum aus. Grosser Bewunderer von Brahms, sammelt er viele seiner Originalmanuskripte. 1967 lässt er sich in Ronco nieder.

Gordon Mc Couch, Kunstmaler (1896-1956). Geboren in Philadelphia, beginnt eine Ausbildung als Illustrator, besucht dann in München die Kunstakademie. Im Weltkrieg übersiedelt er mit seiner russischen Frau in die Schweiz, kommt nach Ascona, um sich dann in Ronco niederzulassen. Mit ansässigen Künstern, Werefkin und anderen, gründet er die Gruppe "Der grosse Bär". Malerisch im Konkreten bleibend, weiss er doch seinen Bildern einen irrealen Hauch zu geben. Seine Hand bleibt unverkennbar. 

Wilfrid Moser, Kunstmaler (1914-1997), gilt als der Schweizer Hauptexponent  des Tachismus, der den Kubismus  ablöste. Schön ist bei Moser zu verfolgen, wie er vom Gegenständlichen zur Abstraktion kommt. Vielgereist - er pendelte zwischen Zürich, Paris und Tessin - erbaute er sich bald ein Haus mit Atelier in Ronco.

Erich Maria Remarque, Schriftsteller (1898-1970). Geboren in Osnabrück, wurde er 1916 in den ersten Weltkrieg eingezogen. Sein Meisterwerk "Im Westen nichts Neues", eine ungeschminkte Erzählung seiner Kriegserlebnissen, entstand erst 1929 und wurde weltweit bekannt. Als politischer Flüchling kam Remarque 1933 in die Schweiz, nach Porto Ronco. Die Kriegsjahre verbrachte er in den USA. In zweiter Ehe war er verheiratet mit Paulette Goddard, Darstellerin in Stummfilmen unter Chralie Chaplin.

Richard Seewald, Kunstmaler (1889-1976), geboren in Arnswalde, Pommern, belegt kurz Architektur in München, beginnt dann als Autodidakt zu arbeiten. Er versucht sich in vielen Techniken (Zeichnen, Holzschnitt, Aquarell, sakrale Wandmalerei) was ihm später bei seiner Tätigkeit als Lehrer  in München sehr zustatten kommt. Als politischer Flüchtling in die Schweiz emigriert, lässt er sich in Ronco nieder, wo er das Bürgerrecht erwirbt.